Konzert Young Conductors Award
Version für Stimme und Orchester von Wolfgang Rihm (1948, 2013)
Bearbeitung: Wolfgang Rihm
| Hanna Elisabeth-Müller |
soprano
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| Christian Blex |
conductor
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Preisträgerkonzert YCA 2025
Der Herbert von Karajan Young Conductors Award, der Nachwuchswettbewerb der Salzburger Festspiele, ist für viele junge Dirigent:innen ein Karriereturbo. Im Sommer 2025 setzte sich der junge deutsche Dirigent Christian Blex gegen mehr als 290 Bewerber:innen durch. Nun dirigiert er das Preisträger:innenkonzert mit dem RSO in der legendären Felsenreitschule am Mönchsberg.
Das Programm kreist um die Themen Abschied und existenzielle Grenzerfahrungen, umgesetzt in späten Werken dreier Komponisten. Bernd Alois Zimmermann verfasste seine Orchesterskizzen »Stille und Umkehr« 1970 während eines Krankenhausaufenthalts in Köln, wo er wegen schwerer Depressionen behandelt wurde, die ihn noch im selben Jahr in den Suizid trieben. Für sein letztes Werk reduzierte er die Streicher stark, ergänzte das Orchester um Orgel und Zimbal und erzielte so einen ungewöhnlich fahlen, kargen Orchesterklang. Ein durchgehender Orgelpunkt auf dem Ton D wird von einem bluesigen Trommelrhythmus umkreist – ein letzter Herzschlag?
Als üppiger Kontrapunkt erklingen die »Vier letzten Lieder« von Richard Strauss mit der Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller, ergänzt durch »Malven«, eingerichtet für Stimme und Orchester von Wolfgang Rihm. Strauss komponierte dieses zarte Lied 1948 im Schweizer Exil in Montreux als innigen, melancholischen Abschiedsgruß an die von ihm verehrte Sängerin Maria Jeritza. Die Partitur wurde erst Jahrzehnte nach seinem Tod im Nachlass entdeckt.
Tschaikowskys Symphonie h-Moll »Manfred« op. 58, nach einer Dichtung von Lord Byron, ist eine leidenschaftliche Programmsymphonie über Schuld, Einsamkeit und Erlösungssehnsucht, inspiriert von grandiosen Naturbildern. Zunächst hatte er den Auftrag abgelehnt; erst eine Reise zu einem sterbenden Freund nach Davos bewog ihn, die Komposition zu beginnen. Das düstere Thema hinterließ Tschaikowsky zutiefst erschüttert.
Marie-Therese Rudolph